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I AM GLAD IF THE BERLIN WIND BLOWS MY FLAG
Endre Tót


*1937 in Sümeg, Ungarn / lebt in Köln & Budapest

Endre Tót wird international mit der Fluxus-Bewegung und der konzeptuellen Kunst in Verbindung gebracht. Im Jahr 1979 schrieb er an die Berliner Mauer: "Ich wäre froh, wenn ich etwas auf die andere Seite der Mauer schreiben könnte". Die öffentliche Aktion fand während seines ersten Besuchs in West-Berlin im Rahmen eines DAAD-Stipendiums statt.

Er wählte subtile und humorvolle Zeichen des Widerstands und nutzte die Macht von Worten und Texten und ihre Fähigkeit, als Schalter in den Köpfen ihrer Leser zu fungieren. Tóts Oeuvre umfasst öffentliche Aktionen, Fotografie, Multiples und Zeichnungen - künstlerische Medien, die darauf abzielen, Kunst und Leben zu vermischen.

Der damals in Budapest lebende Tót wurde durch seine Mail Art-Projekte international bekannt. Ausstellungsbeteiligungen in Paris, London, Jerusalem, Warschau oder Belgrad umgingen die Kontrolle des sozialistischen Regimes in Ungarn mit der Tarnstrategie des Mailings. Ein schwer fassbarer politischer Protest zeugt auch von der genannten Serie:

"Ich bin froh ... hier zu stehen /
... um lachen zu können"

was auf die fragile Freiheit des öffentlichen Raums verweist. Mit seiner "0"-Serie wendet er sich gegen die Verzerrung von Bedeutung, indem er feststellt, dass keine Bedeutung besser ist als eine falsche. Mit der Einladung von Endre Tót nach West-Berlin als Stipendiat des Berliner Künstlerprogramms des DAAD im Jahr 1978 trat er endgültig aus der Isolation in Ungarn heraus.

Für die vorliegende Ausstellung wurden Original-Fotonegative aus Endre Tóts frühen Berliner Jahren gesichtet. Diese werden zum ersten Mal gezeigt, zusammen mit Fotos von Aktionen öffentlicher Interventionen aus Köln und Amsterdam in den frühen 1980er Jahren. Darüber hinaus vervollständigen frühe Videos und Leinwandarbeiten aus den 1970er Jahren die erste Einzelausstellung von Endre Tót in Berlin nach 1979.


Endre Tót ist eine der prägenden ungarischen Figuren der internationalen Konzeptkunst. Nach seinen Experimenten im Medium der Malerei in den 1960er Jahren begann er mit nicht-bildbasierter, text- und signalzentrierter Ideenkunst zu arbeiten. Kurz darauf gelangte sein Werk durch seine umfangreichen Mail Art-Aktivitäten in das Bewusstsein der internationalen Öffentlichkeit.

Während er bis 1978 in Budapest lebte und arbeitete, wurden seine Kunstwerke/Konzepte und Arbeiten auf Papier ab 1971 weltweit in zahlreichen Ausstellungen gezeigt. In dieser Zeit entstanden seine Ideen von "Rain", "Gladness" und "Zero", die seine konzeptuelle Kunst definieren. Er nutzte verschiedene Medien, um diese Ideen auszudrücken, beginnend mit Künstlerbüchern, der Schreibmaschine, Postkarten, Gummistempeln und Fotos sowie der Verwendung und Kombination verschiedener Drucktechniken. Später erweiterte er die Palette der von ihm gewählten Medien, indem er auch Aktionen und deren Dokumentation mit einbezog.

Zu den internationalen Ausstellungsorten von Endre Tót gehören unter anderem das Museum of Modern Art (New York), das Centre Pompidou (Paris) und die Tate Gallery (London), das Museum Ludwig in Köln (1999), das Ludwig Múzeum Budapest (1999), das Museum Fridericianum in Kassel (2006) und das MODEM in Debrecen, Ungarn (2012), die Retrospektiven seines Werks zeigten. Endre Tót organisiert seit 1976 öffentliche Aktionen in europäischen Städten.


Aktuelle Einzelausstellung in New York City
Endre Tót: Gladness and Rain